Atmungsaktive Stoffe: Welche es gibt und warum sie dir gut tun
Heute schon geschwitzt, obwohl das Thermometer gerade mal 18 Grad zeigt und der Himmel wolkenbedeckt ist? Vielleicht liegt's nicht an dir - sondern deiner Kleidung. Eine Lösung: Atmungsaktive Stoffe sorgen dafür, dass du nicht so leicht ins Schwitzen kommst – aber wieso eigentlich? Welche Stoffe zu den atmungsaktiven gehören, was ihre Eigenschaften sind und was sie von anderen Textilien unterscheidet, erfährst du hier.

Die Eigenschaften atmungsaktiver Stoffe
Es gibt mehrere Eigenschaften, die atmungsaktiven Stoffen gemein ist:
- Sie absorbieren Feuchtigkeit wie etwa Schweiß und transportieren sie weg von der Haut.
- Sie erlauben es der Luft, zu zirkulieren, was mit dem Abstand zwischen den Fasern zusammenhängt.
- Sie helfen bei der Temperaturregulierung des Körpers.
- Sie trocknen schnell.
Die meisten Menschen verbinden die Vorteile von atmungsaktiven Stoffen vor allem mit den warmen Sommermonaten oder mit sportlicher Betätigung und körperlicher Arbeit. Natürlich sind sie hier auch besonders willkommen, aber denk' nur einmal an den Winter: Du bist draußen unterwegs und mit deiner Winterjacke über dem Wollpulli genau richtig angezogen.
Dann betrittst du ein warmes Bürogebäude oder Einkaufszentrum und sofort beginnst du zu schwitzen. Unangenehm, oder? Atmungsaktive Kleidung lohnt sich also auch, wenn es kalt ist.
Das sind die Vorteile atmungsaktiver Stoffe
In Stoffen, die nicht atmungsaktiv sind, stauen sich Schweiß und Hitze. Das begünstigt die Ausbreitung von Bakterien und die Entstehung unangenehmer Gerüche. Atmungsaktive Stoffe hingegen:
- sorgen dafür, dass du länger frisch riechst
- schonen empfindliche Haut, indem sie sie trocken halten und die Ausbreitung von Bakterien verhindern
- verhindern, dass du unangenehm schwitzt oder frierst
Oder ganz kurz auf den Punkt: In atmungsaktiven Stoffen fühlst du dich auch bei Anstrengung oder jähen Temperaturwechseln wohler als in solchen, die es nicht sind. Hautirritationen werden durch die Textilien minimiert.
Diese 6 Stoffe sind atmungsaktiv 💚💛
Die meisten Naturfasern sind atmungsaktiv. Inzwischen gibt es zwar auch Weiterentwicklungen von Kunstfasern, die dieses Merkmal aufweisen können, aber das trifft längst nicht auf alle zu. Auf der sicheren Seite bist du also, wenn du Kleidung aus einem der folgenden Stoffe kaufst
Künftig können übrigens noch ganz andere Materialien interessant werden, wie du im Beitrag Stoffe und Textilien der Zukunft lesen kannst - klarer Lesetipp!
Baumwolle 🌱
Baumwolle ist eine Faser, die für Übergangszeiten und für den Sommer besonders beliebt ist: Sie ist weich und bequem, nimmt Feuchtigkeit auf und führt sie vom Körper weg und lässt die Luft durch den Stoff zirkulieren. Aber auch zu allen anderen Jahreszeiten
Leinen
Die Flachsfaser ist vor allem für warme Sommer sehr gut geeignet, da sie die Luft frei zirkulieren lässt und einen kühlenden Effekt hat. Leinen wirkt antibakteriell, kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und ist nebenbei sowohl robust als auch schick.
Seide 🐛
Auch Seide kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und vom Körper wegführen – ein Grund, weshalb sie zum Beispiel gern für Bettwäsche verwendet wird. Der edle Stoff hat einen natürlichen Schimmer und eignet sich für elegante Sommerkleider und Tops. Das Naturprodukt verhindert, dass du überhitzt – auch beim Tanzen!
Hanf
Hanffasern ergeben einen robusten, aber auf der Haut sehr weichen Stoff. Hanf nimmt Feuchtigkeit gut auf und ist wegen seiner weit auseinanderliegenden Fasern besonders atmungsaktiv.
Bambus
Aus Bambusfasern lässt sich ein Stoff herstellen, den auch Menschen mit einer sehr sensiblen Haut bedenkenlos tragen können. Er ist luftdurchlässig, nimmt Feuchtigkeit in großen Mengen auf und reguliert sehr gut die Körpertemperatur.
Wolle 🐑
Wolle? Richtig gehört - Wolle ist zwar warm, aber auch sehr atmungsaktiv. Schwitzt du darin, führt das Gewebe die Flüssigkeit weg von deiner Haut und nach außen, wo sie verdunsten kann. Gleichzeitig sind ihre Fasern so angelegt, dass die Wärme zwar an deinem Körper gehalten wird, die Luft aber trotzdem zirkulieren kann. So kommt es nicht zum Hitzestau. Wolle ist zudem robust und wird nicht leicht schmutzig.
Tipp: Manche Arten von Wolle sind für empfindliche Haut zu kratzig, das kennst du bestimmt. Ist das bei dir der Fall, kannst du ein langärmeliges Baumwollshirt darunter anziehen und hast es trotzdem kuschelig warm im Winter.
Sonderfall: Atmungsaktive Polyamidfasern
Kunstfasern wie Nylon sind an sich nicht atmungsaktiv. Allerdings haben einige Hersteller den Stoff auf besondere Art bearbeitet und Fasern wie Tactel und Supplex daraus hergestellt. Diese sind atmungsaktiv, können viel Feuchtigkeit aufnehmen und trocknen schnell.
Ihr großer Nachteil: Sie basieren auf Erdöl, einem endlichen Rohstoff, und sind – anders als natürliche Materialien – nicht biologisch abbaubar. Der Müll, der durch sie anfällt, gehört zu den schädlichen Auswirkungen der Textilindustrie auf die Umwelt. Zudem kann empfindliche Haut mit Störungen auf das Gewebe reagieren.
Fazit: Die besten atmungsaktiven Stoffe sind Naturfasern
Atmungsaktive Stoffe bewahren dich vor zu großer Hitze, vor Schweißausbrüchen, unangenehmen Körpergerüchen und juckender, empfindlicher Haut. Sie lassen die Luft zirkulieren, leiten Schweiß weg vom Körper und fühlen sich fast alle weich und angenehm auf der Haut an (eine Ausnahme kann kratzige Wolle sein).
Inzwischen gibt es auch Kunstfasern, die atmungsaktiv sind, doch da diese nicht biologisch abbaubar und somit umweltschädlich sind, kannst du dich guten Gewissens auf Naturfasern konzentrieren. Baumwolle (unsere Bio-Baumwolle etwa), Leinen, Hanf, Seide & Co. bringen einen guten Tragekomfort mit sich und verhindern Schweißgeruch. So kommst du luftig durch den Sommer und kuschelig durch den Winter!
Hinterlassen Sie einen Kommentar