Leinen: Merkmale und Eigenschaften der Flachsfaser

Hanf, Baumwolle, Bio-Baumwolle, Polyester & Co. Es gibt viele natürliche Fasern und künstliche Stoffe, die in der Modeindustrie zum Einsatz kommen. Vor allem die natürlichen Rohstoffe interessieren uns – etwa die Flachsfasern, oder in verarbeiteten Worten: Leinen. Wir werfen einen ausführlichen Blick auf die vor allem im Sommer so beliebten Fasern.

Was ist Leinen?

Leinen ist ein natürlicher Stoff, der aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen wird. Wir Menschen schätzen den Stoff schon seit Jahrtausenden – das liegt unter anderem an…

  • …seiner Haltbarkeit
  • …seinem Komfort
  • …seinen natürlichen Farbtönen
  • …seiner Fähigkeit, Feuchtigkeit zu absorbieren

Gerade die Farbtöne von Cremeweiß bis hin zu Grautönen sind für viele natürlich schön. Und wir Deutschen tragen vor allem gerne Leinenkleidung: Fast 80 Prozent haben Leinen gerne oder nichts dagegen, nur 20 Prozent würden solche Kleidung nicht tragen.

Die Fasern selbst sind sehr fest, was Leinen zu einem idealen Material für Kleidung, aber auch Bettwäsche und weitere Anwendungsgebiete macht.

Flachs vs. Leinen: Gibt es einen Unterschied?

Obwohl die Begriffe Flachs und Leinen oft synonym verwendet werden, sind sie genau genommen unterschiedliche Dinge:

  • Flachs ist die Pflanze selbst, wissenschaftlich bekannt als Linum usitatissimum. Übrigens: Sie wird auch für ihre ölhaltigen Samen (Leinsamen) angebaut. Auch auf der Schwäbischen Alb.
  • Leinen hingegen ist das fertige Textilprodukt, das aus den verarbeiteten und gesponnenen Fasern des Flachsstängels hergestellt wird.

 

Wie wird die Flachsfaser gewonnen?

Die Gewinnung der Flachsfaser für nachhaltige Kleidung beginnt mit der Ernte der Flachspflanzen, die entweder geschnitten oder vorsichtig aus dem Boden gezogen werden – das sorgt dafür, dass die langen Fasern intakt bleiben.

Dann wird es spannend: Beim Rösten werden die Stängel auf den Feldern belassen, um die Bindungen zwischen den Fasern durch natürliche Mikroorganismen zu lösen. Je nach Wetter dauert das gut und gerne auch mehrere Wochen.

Im vorletzten Schritt nach dem Rösten werden die Stängel getrocknet, gebrochen und geschwungen, um die Fasern von den holzigen Teilen zu trennen. Die so freigelegten Fasern werden anschließend gekämmt, um sie zu glätten und weiter zu reinigen, bevor sie zu Garn gesponnen und schließlich zu Leinenstoff gewebt werden.

Welche Rolle spielt Leinen in der Modeindustrie?

Während Fasern wie Bio-Baumwolle die Modeindustrie – zumindest bei den natürlichen Fasern – dominieren, sind es bei Fasern wie Hanf oder eben Leinen anders aus. Der Leinenanteil am Gesamtmarkt beträgt gerade mal grob ein Prozent.

Das verwundert uns – denn: Leinen tut gut. Die Zeitschrift Öko-Test hat etwa herausgefunden, dass wir mit Leinen besser schlafen, der Stoff unser Wohlbefinden stärkt.

Wie wäscht man Leinen am besten?

Leinen geht beim ersten Waschen rund fünf Prozent ein – wenn du richtig wäschst. Schnell wird es auch mehr und aus dem schönen Oberteil wird plötzlich nachhaltige Kinderkleidung.

Hier ein paar Tipps, um das Material zu schonen, seine Langlebigkeit zu erhalten und es auch nach dem ersten Waschgang noch anziehen zu können:

  • Schonwaschgang nutzen: Verwende kaltes oder lauwarmes Wasser und stelle die Waschmaschine auf ein schonendes Programm ein, um die Fasern zu schützen.
  • Mildes Waschmittel verwenden: Wähle ein mildes Waschmittel, das speziell für empfindliche Stoffe geeignet ist. Wir empfehlen Feinwaschmittel.
  • Nicht überladen: Vermeide es, die Waschmaschine zu überladen, damit die Leinenstücke Platz haben, sich zu bewegen und gleichmäßig gereinigt werden.
  • Lufttrocknen: Hänge Leinenkleidung zum Trocknen auf und ziehe sie noch feucht in Form, statt sie in den Trockner zu geben. Wichtig!

Leinen vs. Hanf vs. Bio-Baumwolle: Was schneidet besser ab?

Werfen wir einen Blick auf zwei Fasern neben der Flachsfaser, die immer wieder verglichen werden: Hanf und Bio-Baumwolle.

Leinen ist wie beschrieben besonders robust und wird mit der Zeit und jedem Waschgang weicher, was vielen gefällt. Hanf hingegen ist extrem umweltfreundlich in der Produktion, benötigt sehr wenig Wasser und keine Pestizide, wächst schnell und ist widerstandsfähig. Die Stoffe aus Hanf sind langlebig und vielseitig einsetzbar.

Und die bekannteste Naturfaser, Bio-Baumwolle? Sie wird geschätzt für ihre Weichheit und Hautfreundlichkeit – übrigens besonders spannend für Babykleidung. Sie wird ohne den Einsatz von schädlichen Chemikalien angebaut, allerdings ist der Wasserverbrauch hoch.

Obwohl alle drei Materialien im Vergleich zu herkömmlicher Baumwolle nachhaltiger sind, da sie weniger Wasser verbrauchen und biologisch abbaubar sind, hängt die Wahl für Hersteller und uns als Konsumenten oft von spezifischen Anforderungen ab – wie komfortabel soll es sein, wie lange soll es halten? Am Ende ist für uns von Schwabenpower wichtig: nachhaltig, langlebig und 100% Naturfasern.

Fazit: Leinen ist toll und vor allem im Sommer beliebt

Nicht nur bei uns, sicherlich auch bei dir ist Leinen vor allem im Sommer sehr beliebt. Es verschafft oft einen lockeren und trotzdem schicken Look, der sich auch bei hohen Temperaturen sehr gut tragen lässt. Nicht zuletzt dadurch sind die Flachsfasern ein spannendes natürliches Material, um Kleidung herzustellen.

Wir haben zwar (noch?) keine Leinenprodukte im Portfolio, laden dich aber trotzdem ein, uns in unserem Ladengeschäft in Zwiefalten zu besuchen. Und: Niemand hat eine Glaskugel – aber vielleicht gibt es ja auch bald Lieblingsstücke aus regionalem Leinen & Bio-Baumwollgemisch in unserem Sortiment. Wir freuen uns auf deinen Besuch!


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