Textilien färben: ohne Wasser, Ansätze und Methoden
Rund 20 Prozent der weltweiten industriellen Umweltverschmutzung sind auf Färbeprozesse zurückzuführen – das ist ganz schön viel. Dieser hohe Anteil rührt unter anderem daher, dass für das Färben große Mengen an Wasser und Chemikalien zur Vor- und Nachbehandlung der Stoffe sowie für den Färbeprozess selbst eingesetzt werden. Es gibt aber verschiedene Wege, Textilien ohne oder mit viel weniger Wasser und weniger Chemikalien mit Farbe zu versehen. Wir zeigen dir, wie das geht.
Dope Dyeing
Was, wenn die Farbe schon bei der Produktion ins Garn kommt und dies nicht erst später eingefärbt werden muss? Genau das passiert beim Dope Dyeing: Hier wird die Farbe den Kunststoffpellets hinzugefügt, ehe diese eingeschmolzen und zu Garn verarbeitet werden. Wer also Kunstfaser trägt, kann hier vorab genauer hinschauen: Der Vorgang braucht über 80 Prozent weniger Wasser als das herkömmliche Färben, und es entsteht weniger mit Chemikalien verschmutztes Abwasser.
Plasma-Färben
Auch das Plasma-Färben eignet sich für Kunstfasern: Mit ionisiertem Gas werden hier die Oberflächenstrukturen des Stoffes so verändert, dass die Farbstoffe tief eindringen und lange halten können. Es handelt sich um ein Trockenverfahren, das mit deutlich weniger Chemikalien auskommt als das herkömmliche Färben.
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Diese Vorgehen sind aber für uns bei Schwabenpower nicht interessant, weil wir ja Bio-Baumwolle verwenden. |
Färben mit überkritischem CO2
CO2? Ist das nicht eigentlich schlecht fürs Klima? Und „überkritisch“ klingt jetzt auch nicht so positiv? Wir waren ebenfalls verwirrt, aber die Idee ist gut: Mittels Druck und einer bestimmten Temperatur wird CO2 in einen Zustand zwischen gasförmig und flüssig gebracht. In diesem Zustand kann es Farben auflösen und sie tief in Textilfasern hineintransportieren.
Ist das geschehen, werden Druck und Temperatur wieder abgesenkt. Das CO2 wird wieder gasförmig und weicht aus den Fasern – die Farbe bleibt dabei zurück. Mehr als 90 Prozent des CO2 können aufgefangen und wiederverwendet werden. Das Verfahren verzichtet auf:
- Wasser
- viele der beim Färben sonst üblichen Salze, Dispergiermittel und Tenside
- Nachwäsche und Trocknung
Bislang ist diese Vorgehensweise beim Färben auch vor allem bei Kunstfasern angewendet worden, allerdings gibt es jetzt Neuigkeiten, die uns aufhorchen lassen: Das Unternehmen PigmentOCO hat das Färben mit überkritischem CO2 mit einer speziellen Vorbehandlung von Baumwolle kombiniert. Es macht die Naturfasern ebenfalls empfänglich für die Farbbehandlung mit CO2.
Hat das Unternehmen Erfolg (und es hat bereits den Avantex Fashion Pitch in Paris gewonnen), kann also vielleicht in Zukunft der sehr wasser- und chemikalienintensive Vorgang des Baumwollfärbens viel umweltfreundlicher ablaufen. Wir sind gespannt!
Drei interessante Färbmethoden ohne Wasser, die aber nicht durchsetzungsfähig sind
Es hat schon verschiedene Ansätze gegeben, den umweltschädlichen Färbevorgang anders zu gestalten. Leider scheiterten viele Unternehmen an dem, was man so schön „Marktskalierung“ nennt: Im Kleinen funktionierten die Verfahren recht gut, allerdings reichte es nie ganz für die industrielle Umsetzung. Es gibt mehrere Beispiele dafür.
1. DyeCoo
Das niederländische Unternehmen war der Pionier auf dem Gebiet des CO2-Färbens. Es hatte sich auf Kunstfasern konzentriert und hatte namhafte Unterstützer wie beispielsweise Nike. Dennoch ließ sich der langsame Niedergang in der harten Textilindustrie nicht aufhalten – Ende 2025 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden.
2. ColorZen
Das US-amerikanische Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem es Baumwolle vorbehandelt. Diese Vorbehandlung sorgt dafür, dass der Stoff Farbe viel besser annimmt und hält. Bis zu 90 Prozent weniger Wasser und 75 Prozent weniger Energie werden dabei verbraucht – und natürlich fällt deutlich weniger verschmutztes Abwasser an. Trotz medialer Aufmerksamkeit und Förderungen arbeitet das Unternehmen vor allem mit Nischenanbietern zusammen.
3. Naturfarbstoffe
Immer wieder gibt es Anbieter, die auf Naturfarbstoffe setzen – sie sind bei ihren Anhängern sehr beliebt. Der Färbevorgang belastet die Umwelt deutlich weniger als der industrielle. Allerdings haben diese Farbstoffe auch einige Nachteile, etwa:
- Qualitätsschwankungen: Die Qualität kann von verschiedenen Punkten wie Jahreszeit oder Erntebedingungen abhängen
- Eingeschränkte Farbpalette: Knallige Farben sind mit Naturfarben kaum zu erreichen
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Empfindlichkeit: Licht, Hitze und das Waschen können die Farben ausbleichen lassen
Bei SCHWABENPOWER ...
bei Schwabenpower arbeiten wir seit vielen Jahren mit erfahrenen Färberein auf der Alb zusammen. Hier wird das Beste für den Stoff und deine Haut herausgeholt. Es werden reaktive Farbstoffe verwendet, was bedeutet, dass sie eine feste Verbindung mit den Molekülen der Bio-Fasern eingehen. Es „verschmilzt“ der reaktive Farbstoff quasi mit dem Textil. Bei Bio-Textilien (wie zertifizierter Bio-Baumwolle) spielen reaktive Farbstoffe eine zentrale Rolle, da sie unter bestimmten Bedingungen die strengen ökologischen Standards erfüllen.
Aber nicht jeder reaktive Farbstoff ist automatisch für Bio-Stoffe zugelassen. Für die strengen Siegel wie GOTS (Global Organic Textile Standard) oder IVN Best müssen Farbstoffe auch strenge Kriterien erfüllen:
- Schwermetallfreiheit: Sie dürfen keine giftigen Schwermetalle (wie Kupfer, Chrom oder Kobalt) als Grundbestandteil enthalten.
- Keine gefährlichen Hilfsstoffe: Azo-Farbstoffe, die krebserregende Amine abspalten können, sind strikt verboten.
- Abbaubarkeit: Die Farbstoffe und die bei der Produktion verwendeten Hilfsstoffe müssen ein sehr gutes ökologisches Profil aufweisen.
Reaktive Farbstoffe sind derzeit der "Goldstandard", wenn es darum geht, natürliche Bio-Stoffe langlebig, farbintensiv und hautfreundlich zu färben, vorausgesetzt, sie sind nach Öko-Standards ausgewählt und schadstoffgeprüft.
Deshalb setzen wir bei Schwabenpower auf zertifizierte Reaktivfarbstoffe für unsere Bio-Baumwollstoffe. Sie verbinden sich fest mit der Faser, sind frei von schädlichen Schwermetallen und sorgen dafür, dass deine Lieblingsstücke auch nach vielen Wäschen so strahlend und formstabil bleiben wie am ersten Tag. Gut für dich, gut für die Umwelt!

Fazit: Gespannt auf die Zukunft der Textilfärbung
Wie immer beobachten wir den Textilienmarkt genau weiter und sind interessiert an den Entwicklungen, die sich hier ergeben. Wir drücken den Unternehmen, die an umweltfreundlichen Lösungen arbeiten, ganz fest die Daumen und hoffen das das derzeit Beste noch besser werden kann! Wir gehen weiterhin vor wie bisher:
Fair gehandelte Bio-Baumwolle wird mit den kürzesten Handelswegen hier im Ländle zum besten Stoff. Mit SCHWABENPOWER und albgenäht macht er sich dann zum "neischlupfa" auf den Weg in unseren Laden. Komm gern einmal zum Fühlen, Stöbern und neischlupfa bei uns in Zwiefalten vorbei – oder schau dich in unserem Onlineshop um!

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