Muss es Bio sein? Unterschiede zwischen Baumwolle und Bio-Baumwolle
Deine Lieblingsstücke stellen wir aus Bio-Baumwolle her – das weißt du ja schon. Und über Bio-Baumwolle haben wir ja auch schon ein bisschen was erzählt. Was genau aber die Unterschiede zur konventionellen Baumwolle sind, erklären wir hier noch einmal genauer.
Bio-Baumwolle vs. Baumwolle: Dünger und Pestizide
Viel Dünger bei Baumwolle
Konventionell angebaute Baumwolle benötigt sehr viel Dünger, um zu wachsen: Die Felder werden Jahr für Jahr wieder mit Baumwolle bepflanzt, der Boden also extrem einseitig genutzt. Er laugt aus, wie man sagt – und die Landwirte müssen mit viel Dünger nachhelfen.
Die Pflanzen schützen sie mit starken Pestiziden, die Insekten töten und damit auch ihre Fressfeinde vertreiben: Wo es nichts zu fressen gibt, bleiben Vögel, Fledermäuse und andere Insektenfresser fern.
Wenig bis keine Pestizide bei Bio-Baumwolle
Wer Bio-Baumwolle anbaut, verzichtet auf scharfe Düngemittel und setzt stattdessen auf Kompost oder Mist. Das tut dem Boden gut und den Pflanzen auch. Der Boden kann sich zudem erholen, weil Bio-Baumwolle abwechselnd mit anderen Pflanzenarten ausgesät wird – etwa mit Hirse oder Mais.
Um die Pflanzen vor Insekten zu schützen, werden keine giftigen Chemikalien genutzt. Stattdessen setzt man andere Pflanzen zwischen die Baumwollsträucher, die die Insekten noch lieber fressen – zum Beispiel Sonnenblumen. Das sieht dann auch noch schön aus.
Ein Vorteil bei dieser Vorgehensweise: Die Fressfeinde der Insekten kommen mit ihnen zurück – die Artenvielfalt in der Region steigt also, was für eine gesündere Umwelt sorgt. Ein weiterer Vorteil betrifft die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Feldern: Laut Schätzungen der WHO sterben jährlich 20.000 Menschen beim Baumwollanbau durch Pestizidvergiftungen, rund 750.000 erkranken chronisch.

Bio-Baumwolle vs. Baumwolle: Gentechnik
Veränderte Struktur bei Baumwolle
Für die konventionell angebaute Baumwolle werden am Saatgut gentechnische Veränderungen vorgenommen: Die Pflanzen, die daraus wachsen, sind für Schädlinge giftig. Deshalb sollen weniger Pestizide nötig werden. Klingt eigentlich nach einer sehr guten Idee, oder?
Es stellte sich allerdings heraus, dass die Natur anpassungsfähiger ist als gedacht: Die Schädlinge lernen allzu schnell, mit dem Gift umzugehen. Deshalb werden dann doch wieder Pestizide nötig. Ein weiterer Nachteil: Das gentechnisch angepasste Saatgut müssen die Landwirte jedes Jahr neu kaufen. Die Kosten sind hoch.
Bei Bio-Baumwolle ist Gentechnik verboten
Gentechnik darf in Bio-Baumwolle nicht verwendet werden. Stattdessen setzen die Landwirte auf die oben genannte Strategie, um die Pflanzen zu schützen. Ein weiterer Vorteil: Sie können das Saatgut für das nächste Jahr einfach nach der Ernte beiseitelegen.
Bio-Baumwolle vs. Baumwolle: Ernte
Baumwolle wird maschinell geerntet
Die Ernte wird bei der konventionell angebauten Baumwolle meist maschinell erledigt. Damit dabei nicht so viele Blätter mit abgeerntet werden, werden weitere chemische Mittel auf die Pflanzen gesprüht, die die Blätter abfallen lassen. Sie bleiben liegen und vergiften den ausgelaugten Boden zusätzlich.
Bio-Baumwolle wird manuell gepflückt
Bio-Baumwolle wird von Hand gepflückt. Das ist für die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht so gefährlich wie bei herkömmlicher Baumwolle, da die Pflanzen nicht mit Giften behandelt werden. Es dauert natürlich viel länger, aber die Fasern sind unversehrt und stark – haltbarer als die der konventionellen Baumwolle, die durch die Chemikalien und die maschinelle Ernte weniger strapazierfähig sind.

Bio-Baumwolle vs. Baumwolle: Wasserverbrauch
Baumwolle verbraucht 23.000 Liter Wasser pro Kilogramm
Der Wasserverbrauch ist beim Baumwollanbau sehr hoch, vor allem beim konventionellen Anbau: Die ausgelaugten Böden können kaum Wasser halten, deshalb müssen die Landwirtinnen und Landwirte viel gießen. Für ein einziges Kilogramm Rohbaumwolle werden 23.000 Liter Wasser benötigt.
Bio-Baumwolle benötigt rund 90 Prozent Wasser weniger
Bio-Baumwolle wächst auf gesünderen Böden, die vor allem wegen der wechselnden Bepflanzung deutlich mehr Wasser speichern können. Das führt dazu, dass für den Anbau des Bio-Produkts bis zu 91 Prozent weniger Wasser benötigt wird – das entspricht rund 2.070 Litern Wasser pro Kilogramm. Immer noch viel, aber kein Vergleich!
Warum ist Bio-Baumwolle nicht längst Standard?
Gesunde Böden, eigenes Saatgut, vielfältige Umwelt, Schutz für die Arbeiterinnen und Arbeiter, höherwertige Produkte – was spricht denn überhaupt noch für den konventionellen Anbau von Baumwolle? Die Antwort lautet leider wie so oft: Geld, Geld, Geld.
Ja, die Umwelt wird zerstört und Menschenleben werden gefährdet, aber der konventionelle Anbau ist immer noch billiger als der Bio-Anbau. Viele der Arbeiten auf den Bio-Plantagen erfolgen mühsam von Hand – das braucht Zeit und muss bezahlt werden.
Fazit: Ja, es muss Bio-Baumwolle sein 💚💛
Jedenfalls ist das das Ergebnis, zu dem wir gekommen sind – genauso wie unsere Kundinnen und Kunden. Wenn bei einer großen Fast Fashion Marke wie Shein giftige Stoffe weit über den Grenzwerten selbst in Babykleidung nachgewiesen werden können, dann wollen wir einen ganz anderen Weg gehen – den Arbeiterinnen und Arbeitern zuliebe, der Umwelt zuliebe und unserer eigenen Haut und Überzeugung zuliebe.
Bio-Baumwolle macht heute rund 2,3 Prozent der gesamten Baumwollernte aus. Aber die Nachfrage ist da, und sie wächst. Aufklärung und der Wunsch, Umwelt, Tiere und Menschen zu schützen, wirken sich für immer mehr Leute auf die Kaufentscheidung aus. Möchtest auch du ein neues Lieblingsstück aus 100% Bio-Baumwolle haben, stöbere gern durch unseren Shop – oder komm uns in Zwiefalten besuchen!
Hinterlassen Sie einen Kommentar